Datenschutz in LogonApp

Dieses Dokument beschreibt, wie LogonApp die Anforderungen der DSGVO technisch umsetzt und was Betreiber und Kunden selbst erledigen müssen. Es ersetzt keine Rechtsberatung.

Rollen

Verarbeitete Daten und Rechtsgrundlagen

DatenZweckRechtsgrundlage
Name, Firma, Ansprechpartner, An- und AbmeldezeitBesuchsorganisation, Hausrecht, EvakuierungArt. 6 Abs. 1 lit. f, lit. c DSGVO (Arbeits- und Brandschutz)
E-Mail, Telefon (optional je Besuchertyp)Einladung, RückfragenArt. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO
Antworten auf Sicherheitsfragen, Kfz-KennzeichenSicherheit, ZufahrtArt. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO
Unterschrift unter Vereinbarungen (NDA)Vertragsschluss und NachweisArt. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO
Besucherfoto (standardmäßig aus)Ausweis, Identifikation durch GastgeberArt. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO, Abwägung dokumentieren
Arbeitszeiten von MitarbeitendenArbeitszeiterfassungArt. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO i. V. m. § 16 Abs. 2 ArbZG, BAG 1 ABR 22/21
PIN und Karten-IDAuthentifizierung am KioskArt. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO, § 26 BDSG

Wichtig: Sicherheitsfragen mit Gesundheitsbezug (z. B. Symptome) sind besondere Kategorien nach Art. 9 DSGVO. Solche Fragen nur stellen, wenn eine Ausnahme nach Art. 9 Abs. 2 greift, und eine Datenschutz-Folgenabschätzung prüfen.

Technische Umsetzung (Privacy by Design, Art. 25)

Verschlüsselung

Speicherbegrenzung (Art. 5 Abs. 1 lit. e)

Ein Löschlauf (src/lib/retention.ts) läuft alle sechs Stunden im Server und ist zusätzlich per npm run retention oder POST /api/cron/retention auslösbar. Fristen sind je Mandant im Datenschutz-Center einstellbar.

DatenartVoreinstellungWas passiert
Besucherfotos1 Tag nach AbmeldungFoto gelöscht
Besuchsdaten90 TageAnonymisiert: Personenbezug entfernt, Zeitpunkt, Typ und Standort bleiben für Statistik
Unterschriften365 TageUnterschriftsbild gelöscht, Bestätigung mit Version und Zeit bleibt
Zeiterfassung730 TageBuchungen gelöscht
Lieferungen90 TageGelöscht
Evakuierungslisten30 TageGelöscht
Zugriffsprotokoll365 TageGelöscht

Nicht wahrgenommene Einladungen werden ebenfalls nach der Besuchsfrist anonymisiert.

Datenminimierung (Art. 5 Abs. 1 lit. c)

Transparenz (Art. 12–14)

Betroffenenrechte

Rechenschaft und Zugriffskontrolle

Sicherheit der Verarbeitung (Art. 32)

E-Mail-Versand

- eigener Mailserver (Business, Pro),
- Microsoft 365 (Pro mit Entra-SSO),
- „Über LogonApp“ nur, wenn der Betreiber einen eigenen E-Mail-Dienst anbietet; dieser wäre dann Unterauftragsverarbeiter und in der AVV-Anlage 2 zu nennen.

- Zum Mailserver nur über TLS mit Zertifikatsprüfung.
- Interne Netzadressen werden abgewiesen (Schutz des Betreibernetzes).

Events

Turso

Wird statt der lokalen Datei Turso als Datenbank genutzt, ist der Anbieter (ChiselStrike Inc., USA) ein weiterer Unterauftragsverarbeiter:

Kiosk-Box

Zahlungsabwicklung über Stripe

Ist STRIPE_SECRET_KEY gesetzt, rechnet der Betreiber Tarife über Stripe (Stripe Payments Europe Ltd., Irland; Konzernmutter in den USA) ab. Stripe ist ein weiterer Unterauftragsverarbeiter des Betreibers, nicht der Kunden:

Anfragen über die Website

Bestellanfragen für Komplett-Sets und Tarifanfragen enthalten Kontaktdaten (Name, E-Mail, ggf. Telefon) des anfragenden Unternehmens. Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO (vorvertragliche Maßnahmen), die Einwilligung wird mit Zeitstempel gespeichert. Der Betreiber löscht Anfragen im Plattform-Bereich nach Abschluss.

Demo-Modus

DEMO_MODE=true ist nur für Präsentationen gedacht und darf nicht mit echten Personendaten betrieben werden: Ohne gesetzte Schlüssel verwendet die Demo einen festen, öffentlich bekannten Schlüssel, die Anmeldung erfolgt ohne Passwort, und alle Daten werden regelmäßig gelöscht.

Checkliste für Kunden (Verantwortliche)

  1. Verantwortlichen, Datenschutzbeauftragten und Hinweistext unter Einstellungen eintragen und prüfen.
  2. Löschfristen unter Datenschutz an die eigenen Vorgaben anpassen und im Hinweistext nennen.
  3. Verarbeitung ins Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten aufnehmen (Vorlage: Verarbeitungsverzeichnis.md).
  4. Vertrag zur Auftragsverarbeitung ablegen (bei SaaS).
  5. Bei Fotos, Gesundheitsfragen oder systematischer Überwachung eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 prüfen.
  6. Betriebsrat beteiligen, sobald Zeiterfassung oder Kartenleser eingesetzt werden (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG).
  7. Kiosk-Tablet im Kiosk-Modus betreiben (geführter Zugriff unter iPadOS, Kiosk-Modus unter Android), damit Gäste nicht in andere Apps wechseln.
  8. Slack- oder Teams-Webhooks nur einsetzen, wenn mit dem Anbieter ein AVV besteht und der Drittlandtransfer abgesichert ist.

Checkliste für Betreiber einer SaaS-Instanz

  1. Hosting in der EU, AVV mit dem Hoster, Unterauftragsverarbeiter im AVV listen.
  2. APP_ENCRYPTION_KEY und APP_SIGNING_KEY getrennt vom Datenbank-Backup sichern (z. B. Secret-Manager).
  3. TLS erzwingen (Reverse Proxy), Backups verschlüsseln und ihre Aufbewahrung an die Löschfristen anpassen.
  4. Impressum, Datenschutzerklärung, AGB und AVV unter /impressum, /datenschutz, /agb, /avv mit echten Angaben füllen (docs/*.md).
  5. Server-Logs ohne Request-Bodies betreiben und nach kurzer Frist rotieren.